Was kostet eine Website 2026 wirklich? Ehrliche Preisspannen für KMU
Wer 2026 nach dem Preis einer Website googelt, findet Spannen von 500 bis 55.000 Euro. Das hilft niemandem weiter. Deshalb hier die Rechnung dahinter, und zwar so, dass Sie am Ende ein Angebot beurteilen können.
Die Kurzfassung
Für eine professionell umgesetzte Unternehmenswebsite mit fünf bis zehn Seiten, individuellem Design, SEO-Grundlage und rechtssicheren Pflichtseiten liegt der realistische Korridor 2026 bei 3.000 bis 8.000 Euro netto. Darunter wird es dünn, darüber kaufen Sie Funktionen, die nicht jeder Betrieb braucht. Dazu kommen laufende Kosten von 300 bis 1.500 Euro im Jahr, je nachdem wie viel Sie selbst übernehmen.
Das ist keine Preisliste, sondern eine Orientierung. Warum das so ist, steht weiter unten.
Warum die Spannen so absurd weit auseinandergehen
Drei Gründe, und alle drei sind legitim.
Erstens ist "Website" kein Produkt. Eine Landingpage für eine Kampagne und ein Shop mit Warenwirtschaftsanbindung heißen beide Website. Zwischen beiden liegt Faktor zwanzig.
Zweitens sind die meisten Zahlen im Netz Marketingzahlen. Fast jeder Artikel zu diesem Thema stammt von einer Agentur, die am Ende ein Angebot schreiben möchte. Auch dieser hier. Der Unterschied ist, dass wir Ihnen die Rechenlogik offenlegen, statt eine Zahl in den Raum zu stellen.
Drittens verschieben Anbieter die Kosten. Ein Festpreis von 990 Euro klingt gut, bis Sie die 24-monatige Hosting-Bindung mit 79 Euro im Monat dazurechnen. Sie zahlen dann 2.886 Euro und besitzen am Ende nichts. Rechnen Sie Angebote immer auf drei Jahre hoch, sonst vergleichen Sie Äpfel mit Leasingverträgen.
Preisspannen nach Projekttyp
Die folgenden Werte sind Nettopreise für die Umsetzung durch Freelancer oder kleine bis mittlere Agenturen in Deutschland, Stand Sommer 2026. Sie decken sich mit dem, was mehrere deutsche Agenturen 2026 öffentlich als Marktpreise angeben.
| Projekttyp | Preisspanne | Wofür sinnvoll |
|---|---|---|
| One-Pager / digitale Visitenkarte | 800 – 2.500 € | Solo-Selbstständige, Handwerker mit voller Auftragslage, Test einer Geschäftsidee |
| Unternehmenswebsite, 5–10 Seiten | 3.000 – 8.000 € | Der Standardfall für KMU und Handwerksbetriebe |
| Umfangreiche Website mit Blog, Landingpages, Content-Strategie | 8.000 – 15.000 € | Betriebe, die aktiv über Google Kunden gewinnen wollen |
| Online-Shop (WooCommerce, Shopware) | 5.000 – 20.000 € | Ab dem Punkt, an dem Sie wirklich verkaufen und nicht nur zeigen |
| Individualentwicklung, Portale, Buchungssysteme | ab 15.000 € | Wenn Standardsoftware Ihren Prozess nicht abbildet |
Baukastenlösungen wie Wix oder Jimdo liegen bei 15 bis 50 Euro im Monat, dafür bauen Sie selbst. Ob das für Sie reicht, ist eine eigene Frage. Wir beantworten sie in Website-Baukasten oder Agentur?, inklusive einer Drei-Jahres-Rechnung, die Ihre Arbeitszeit mitzählt.
Was den Preis wirklich treibt
Nicht die Anzahl der Seiten. Das ist der häufigste Irrtum in Erstgesprächen.
Der größte Kostentreiber sind Inhalte. Texte, Bilder, Struktur. Wer eine Website mit fünf Seiten beauftragt und keinen einzigen Satz mitliefert, kauft in Wahrheit fünf Texte plus Fotoproduktion plus Website. Professionelle Texterstellung liegt bei 200 bis 500 Euro pro Seite. Wenn Sie gute Texte und brauchbare Fotos selbst beisteuern, sparen Sie an einem typischen Projekt schnell 1.000 bis 5.000 Euro.
Der zweite Treiber ist Individualität. Ein angepasstes Standard-Theme kostet einen Bruchteil eines eigens gestalteten Designs. Beides kann richtig sein. Wenn Ihre Positionierung "wir sind zuverlässig und um die Ecke" lautet, brauchen Sie kein preisgekröntes Interface. Wenn Sie sich in einem gesättigten Markt abheben müssen, schon.
Der dritte Treiber sind Funktionen mit Datenfluss. Ein Kontaktformular ist trivial. Eine Terminbuchung, die in Ihren Kalender schreibt, eine Angebotsstrecke, ein Kundenbereich mit Login: Jedes dieser Elemente bringt Schnittstellen, Fehlerfälle und Datenschutzfragen mit. Das ist der Punkt, an dem Projekte von 5.000 auf 12.000 Euro springen.
Der Posten, den fast alle vergessen
Nach dem Launch hört es nicht auf. Hosting, Domain, Wartung, Consent-Tool, gelegentliche Anpassungen: Für eine typische KMU-Website liegen die laufenden Kosten zwischen 300 und 1.500 Euro im Jahr. Bei Shops und größeren Systemen deutlich darüber.
Wer diesen Posten beim Budget vergisst, erlebt im zweiten Jahr eine unangenehme Überraschung. Alle Positionen einzeln aufgeschlüsselt, mit drei Beispielbudgets, finden Sie unter Die versteckten Folgekosten einer Website.
Was Sie selbst beisteuern müssen
Das steht in kaum einem Angebot und ist der häufigste Grund, warum Projekte sich um Monate verzögern. Rechnen Sie damit, dass Sie Folgendes liefern oder mitbeauftragen müssen:
- Logo und, falls vorhanden, Vorgaben zu Farben und Schriften
- Fotos von Betrieb, Team und Arbeiten, in brauchbarer Auflösung
- Eine Liste Ihrer Leistungen und zu jeder zwei bis drei Sätze, was Sie genau machen
- Firmierung, Registernummer, Umsatzsteuer-ID und gegebenenfalls Aufsichtsbehörde für das Impressum
- Referenzen oder Kundenstimmen, sofern die Kunden zustimmen
- Eine Person im Betrieb, die entscheidet und erreichbar ist
Wenn Sie das nicht liefern können oder wollen, ist das kein Problem. Es muss nur im Angebot stehen und kostet dann Geld. Ein Projekt, das sechs Wochen auf Texte wartet, ist für beide Seiten die teuerste Variante.
Woran Sie ein seriöses Angebot erkennen
Vergleichen Sie nicht Preise, sondern Angebote. Ein belastbares Angebot beantwortet mindestens diese Fragen schriftlich:
- Wie viele Seiten, welche Funktionen, welches CMS?
- Wer schreibt die Texte, wer liefert die Bilder?
- Was kostet der laufende Betrieb ab Monat 13?
- Wem gehören Domain, Quellcode und Zugänge nach Projektende?
- Wie viele Korrekturschleifen sind enthalten, was kostet die vierte?
- Wer haftet für Impressum, Datenschutzerklärung und Barrierefreiheit?
Wenn ein Anbieter bei Punkt vier ausweicht, ist das ein Warnsignal. Es kommt häufiger vor, als es sollte, und warum das teuer werden kann, steht in Wem gehört eigentlich Ihre Website?.
Drei Szenarien aus der Praxis
Der Malerbetrieb mit vier Mitarbeitern. Auftragslage gut, Website von 2016, wird über Empfehlungen gefunden. Braucht eine solide Seite, die auf dem Handy funktioniert, rechtssicher ist und ein Google-Business-Profil unterstützt. Budget: 3.000 bis 4.500 Euro plus rund 400 Euro im Jahr. Alles darüber ist Geld, das im Fuhrpark besser aufgehoben wäre.
Die Steuerkanzlei mit Wachstumsziel. Will Mandanten aktiv über Suchanfragen gewinnen, konkurriert mit fünfzehn anderen Kanzleien in der Stadt. Braucht Inhaltstiefe, Landingpages pro Leistung, sauberes technisches Fundament. Budget: 8.000 bis 12.000 Euro plus laufendes Content-Budget. Ohne das laufende Budget ist die Investition halb.
Der Gründer mit Idee und wenig Kapital. Weiß noch nicht genau, welche Leistung sich verkauft. Sollte kein Geld in eine Website stecken, deren Inhalt sich in sechs Monaten ändert. Ein sauber gebauter One-Pager für 1.200 Euro oder ein Baukasten für ein Jahr sind hier die vernünftigere Entscheidung. Der Relaunch kommt später, dann aber mit Wissen statt mit Vermutungen.
Förderung: möglich, aber selten für die Website selbst
In Bayern läuft der Digitalbonus nach aktueller Richtlinie bis Ende 2027. Wichtig zu wissen: Das Programm fördert Prozessdigitalisierung und IT-Sicherheit, nicht die Erstellung einer Marketing-Website. Ein Projekt, das Angebote automatisiert oder eine Branchenlösung einführt, kann förderfähig sein. Eine neue Unternehmenswebsite in der Regel nicht.
Seit Mai 2025 muss der Antrag außerdem vom Unternehmen selbst über das ELSTER-Unternehmenskonto gestellt werden. Dienstleister dürfen das nicht übernehmen. Prüfen Sie Konditionen und Höchstbeträge vor jeder Planung direkt bei digitalbonus.bayern, die Mittel können unterjährig ausgeschöpft sein.
Was wir Ihnen nicht sagen können
Ob sich eine Website "rechnet". Sie lesen häufig, eine Agenturseite amortisiere sich in zwölf bis achtzehn Monaten. Diese Zahlen stammen von Agenturen und beruhen auf Annahmen über Ihren Auftragswert und Ihre Abschlussquote, die niemand außer Ihnen kennt. Rechnen Sie selbst: Wie viele zusätzliche Anfragen im Monat brauchen Sie, damit sich 6.000 Euro tragen? Bei einem Auftragswert von 3.000 Euro und einer Abschlussquote von einem Drittel sind das sechs Anfragen im Jahr. Bei einem Auftragswert von 200 Euro sieht die Rechnung anders aus.
Diese Rechnung sollten Sie vor dem Erstgespräch machen, nicht danach.
Ihr nächster Schritt
Bevor Sie irgendwo anfragen: Schreiben Sie in zwei Sätzen auf, was die Website für Sie erreichen soll, und legen Sie eine Zahl fest, die Sie ausgeben wollen. Beides gehört ins erste Gespräch. Wer ohne diese Angaben ein Angebot schreibt, rät.
Wenn Sie mögen, machen wir das gemeinsam. Im kostenlosen Erstgespräch ordnen wir Ihr Vorhaben in eine realistische Budgetklasse ein, auch wenn das Ergebnis lautet, dass Sie derzeit keine neue Website brauchen.
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